Behandlung in anderen EU-Ländern: Nur sofort erforderliche Leistungen

Wer im Urlaub akut erkrankt, hat Anspruch auf Kostenerstattung

Wer im Urlaub krank wird, hat Anspruch auf Kostenerstattung seiner gesetzlichen Krankenkasse für alle Behandlungskosten, die sofort erforderlich sind. Ausschlaggebend ist, ob die erbrachte Leistung aufgrund des Gesundheitszustandes des Patienten dringend notwendig ist. Wenn man schon vor der Einreise krank war oder nur zur Behandlung in das jeweilige Land gefahren ist, so übernimmt der Krankenversicherungsträger die Kosten nur in Ausnahmefällen. Das muss im Voraus mit der Krankenkasse abgeklärt werden.

Wer sich vorübergehend in einem anderen EU-Land aufhält, kann im Krankheitsfall nur die Leistungen auf Kosten der Krankenkassen in Anspruch nehmen, die sofort erforderlich sind. Dazu gehören neben der medizinischen und zahnärztlichen Behandlung auch Arzneimittel. Selbst die sehr teure Behandlung in einem Krankenhaus nach einem Herzinfarkt oder eine Blinddarmoperation werden bezahlt. Ausschlaggebend ist nur, ob die erbrachte Leistung aufgrund des Gesundheitszustandes des Patienten dringend notwendig ist.

Grundsätzlich werden Leistungen nach den Bedingungen des Staates erbracht, in dem der Betroffene sich aufhält. Der Grund für diese Regelung: Die Ärzte und Träger der Krankenversicherungen im Gastland können unmöglich die Einzelheiten der Rechtsvorschriften von 27 verschiedenen Staaten kennen. Deshalb wenden sie auch bei Patienten, die in anderen Ländern versichert sind, die Rechtsvorschriften ihres eigenen Staates an.

Wer sich im Ausland behandeln lässt, nutzt die europäische Krankenversicherungskarte für die Abrechnung. Sie ist auf der Rückseite der deutschen Chipkarte enthalten. Die "European Health Insurance Card" (EHIC) ersetzt seit 2006 das Formular "E 111", früher auch als "Auslandskrankenschein" bekannt.

Patienten, die für eine geplante Behandlung in ein anderes EU-Land reisen möchten, brauchen das Krankenscheinformular “E112". Lassen Sie eine solche Behandlung im Ausland ohne Genehmigung der Krankenkasse vornehmen, wird es teuer: Sie müssen damit rechnen, dass Sie die Kosten vollständig selbst tragen müssen. In Zukunft sollen Patienten allerdings Anspruch auch auf geplante Behandlungen im Ausland haben. So sieht es eine europäische Richtlinie vor, die bis 2013 in nationales Recht umgesetzt sein soll.


Info: Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland, AOK-Bundesverband, Postfach 200344, 53170 Bonn, Tel. 95300.






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