Signal Iduna hofft auf Zulauf aus gesetzlicher Krankenversicherung
Bessere Leistungen sollen überzeugen
Der Finanzkonzern Signal Iduna (Hamburg/Dortmund) hofft wegen der bevorstehenden Veränderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung auf neue Kunden. Mehrere Millionen freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Versicherung könnten zum Jahresbeginn zur privaten Konkurrenz wechseln, sagte Konzernchef Reinhold Schulte in Hamburg. Die Krankenkassen werden ab 1. Januar einen einheitlichen Beitragssatz erheben, der nach den Erwartungen der Branche bei 15,0 bis 15,5 Prozent liegen dürfte; das sind für einen Gutverdiener mehr als 600 Euro. Wenn dann die Leistungen angeglichen würden, sei das «ein weiterer Schritt zur Einheitskasse», sagte Schulte.
Die privaten Versicherungen wie die Signal Iduna müssen ebenfalls einen Basistarif wie die gesetzlichen Kassen anbieten, wollen nach eigener Darstellung aber vor allem mit besseren Leistungen kontern. «Wir setzen nicht auf den Basistarif, das ist nicht unser Zieltarif», sagte Schulte. Vielmehr sollten sich die Kunden der privaten Unternehmen ihre Leistungen nach eigenen Wünschen zusammenstellen und entsprechend bezahlen. Für neue Kunden müssten die Tarife ab dem kommenden Jahr um bis zu zehn Prozent steigen, weil der Gesetzgeber den privaten Kassen verschiedene Neuerungen verordnet habe, die Geld kosteten. Die Branche wehrt sich jedoch noch mit einer Verfassungsbeschwerde gegen mehrere Neuregelungen, die sie als ungerechtfertigte Eingriffe in die Vertragsfreiheit betrachtet.
Die Signal Iduna ist ein Allfinanz-Konzern mit einem Schwerpunkt in der Krankenversicherung und einer starken Verankerung bei Mittelstand und Handwerk. Im vergangenen Jahr blieb das Unternehmen mit einem operativen Ergebnis von 816,5 Millionen Euro knapp unter dem Rekordgewinn des Vorjahres. Damit zeigte sich Schulte «sehr zufrieden», zumal zusätzliche 22 Millionen Euro in die Schwankungsrücklage eingestellt wurden. Die Beitragseinnahmen sanken um knapp drei Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, unter anderem weil die Signal Iduna auf wenig gewinnträchtige Geschäfte verzichtete.
Neben der Expansion im Inland setzt das Unternehmen zunehmend auf die osteuropäischen Märkte. Nach Polen und Ungarn soll in diesem Jahr auch das Versicherungsgeschäft in Rumänien starten. Um die eigene Marktposition zu stärken, sucht Schulte nach Übernahme- Kandidaten oder möglichen Fusionspartner. Es würden dazu Gespräche geführt, doch gebe es noch keine Ergebnisse.

