Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) erhebt Zusatzbeitrag
Zusatzbeitrag von monatlich acht Euro bei der GBK Köln
Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) erhebt rückwirkend zum 1. Juli 2009 einen Zusatzbeitrag von acht Euro im Monat. Sie ist die erste gesetzliche Krankenkasse in Deutschland, die einen Zusatzbeitrag zusätzlich zum einheitlichen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen verlangt.
Die rund 30.000 Mitglieder der Gemeinsamen Betriebskrankenkasse Köln müssen rückwirkend zum 1. Juli 2009 monatlich acht Euro mehr an Krankenkassenbeitrag zahlen. Kassenvorstand Wasserfuhr gab an, der Zusatzbeitrag begründe sich durch außergewöhnliche Behandlungskosten für einige schwerstkranke Versicherte. Erwartete Mehrkosten durch die Schweinegrippe-Impfung seien nicht der Grund für die Einführung des Zusatzbeitrags.
Mit der Höhe von monatlich acht Euro liegt der beschlossene Zusatzbeitrag der GBK genau unter der Grenze, ab der eine Einkommensprüfung notwendig wäre, um unverhältnismäßige Belastungen zu vermeiden. Diese "Härtefallregelung" sieht vor, dass kein Versicherter mehr als ein Prozent seines Einkommens an Krankenkassenbeitrag zahlen muss. Zusatzbeiträge bis zu acht Euro können jedoch ohne eine solche Prüfung erhoben werden.
Der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Josef Hecken, vermutet, dass bald weitere Krankenkassen Zusatzbeiträge einführen. In einem Interview mutmaßte er, die meisten Kassen würden versuchen in diesem Jahr noch ohne Zusatzbeitrag auszukommen. Viele hätten in den letzten Jahren Rücklagen aufgebaut, auf die sie nun zurückgreifen würden.
Mittel- bis langfristig gehen Experten davon aus, dass zahlreiche Kassen nicht mit den Mitteln aus dem Gesundheitsfonds auskommen. Diese würden dann entweder nachziehen und ebenfalls Zusatzbeiträge einführen oder versuchen sich in eine Kassenfusion zu retten. Allein seit Beginn des Jahres 2009 hat es bereits 22 Fusionen zwischen Krankenkassen gegeben. Weitere werden für die zweite Jahreshälfte erwartet.
Weitere Informationen:
- Liste der Krankenkassen: Zusatzbeitrag oder Prämie?

