Ehemaliger Palm-Chef Rubinstein verlässt Hewlett-Packard
29.01.2012 11:59
Bei Apple galt er als aufstrebender Star, die Rettung des
Smartphone-Pioniers Palm war auch ihm eine Nummer zu groß - jetzt
nimmt Jon Rubinstein erst einmal eine Auszeit. Hören wird man von dem
55-jährigen Manager aber bestimmt noch.
New York (dpa) - Einer der Väter von Apples iPod und spätere Chef
des Smartphone-Pioniers Palm, Jon Rubinstein, sieht sich nach einem
neuen Job um. Den Computer-Riesen Hewlett-Packard, der Palm erst für
mehr als eine Milliarde Dollar gekauft und später aufgegeben hatte,
hat der 55-jährige Manager jetzt verlassen. Was als nächstes komme,
wisse er noch nicht, sagte Rubinstein dem Technologie-Blog «The
Verge». Er wolle aber auf jeden Fall im Spiel bleiben: «Ich ziehe
mich nicht zurück.»
Rubinstein kam Ende der 90er Jahre zu Apple auf persönlichen
Wunsch von Gründer Steve Jobs und machte sich einen Namen als Leiter
des Teams, das den iPod-Musikplayer entwickelte. Jobs machte ihn zum
Chef der iPod-Sparte, doch Rubinstein suchte nach einer größeren
Herausforderung und ging 2007 zum schwächelnden Smartphone-Pionier
Palm. Dort versuchte der Manager einen ambitionierten Neuanfang mit
der Entwicklung des neuen Betriebssystems WebOS und neuer Geräte,
seit 2009 war er Konzernchef.
Von Branchenexperten wurden WebOS und Telefone wie das 2009
gestartete Palm Pre sehr gelobt - doch der Erfolg bei Verbrauchern
blieb weitgehend aus. Am Ende sei «die Startbahn zu Ende gewesen»,
bevor Palm abheben konnte, beschrieb Rubinstein das selbst bei «The
Verge». Im April 2010 gab Hewlett-Packard die Übernahme von Palm für
1,2 Milliarden Dollar bekannt.
Der damalige HP-Chef Mark Hurd hatte große Pläne für Palm. Unter
Rubinsteins Führung wurden nicht nur weitere Smartphones entwickelt,
sondern auch ein Tablet mit WebOS. Doch als das TouchPad im Sommer
2011 schließlich auf den Markt kam, stand an der HP-Spitze bereits
der ehemalige SAP-Chef Léo Apotheker, der den Konzern stärker auf
Software ausrichten wollte. Nach nur sechs Wochen auf dem Markt wurde
das TouchPad zusammen mit anderen WebOS-Geräten eingestellt.
Apothekers Nachfolgerin Meg Whitman behielt die Entscheidung bei,
WebOS soll künftig als offenes Betriebssystem eine größere
Programmierer-Gemeinde erreichen.
Es sei von Anfang an so geplant gewesen, dass er ein bis zwei
Jahre bei Hewlett-Packard bleibe, sagte Rubinstein «The Verge». Einer
möglichen Verpflichtung durch den schwächelnden Blackberry-Anbieter
RIM erteilte er eine Absage: «Kanada wäre die falsche Richtung für
mich.» RIM ersetzte vor wenigen Tagen seine langjährigen Co-Chefs
durch den deutschen Manager Thorsten Heins.
Der im Herbst veröffentlichten Biografie von Steve Jobs zufolge
war Rubinstein bei Apple unglücklich über den Aufstieg des heutigen
Chefs Tim Cook und geriet immer wieder mit Chefdesigner Jonathan Ive
aneinander. Der im Oktober verstorbene Jobs hatte in dem Buch ein
wenig schmeichelhaftes Urteil für Rubinstein übrig: «Am Ende ist
Ruby» - zu oberflächlich und nicht aggressiv genug.
# dpa-Notizblock
## Internet
- [Rubinstein-Interview bei «The Verge»](http://dpaq.de/J43iV)






























