Europarat gegen Abtreibungsrecht in Europa
Straßburg (dpa) - Der Europarat hat sich nach kontroverser Debatte
gegen ein allgemeines Recht auf Abtreibung, künstliche Befruchtung
und Sterbehilfe ausgesprochen. «Kein Arzt oder Krankenhaus, die eine
Abtreibung oder Sterbehilfe ablehnen, sollen dafür zur Verantwortung
gezogen werden», hieß es in einer Entschließung, die die
parlamentarische Versammlung am Donnerstag in Straßburg mehrheitlich
verabschiedete.
Die britische Sozialistin und Berichterstatterin Christine
McCafferty nannte das Votum eine «Schande» für den Europarat, es
stehe im Widerspruch zu den Rechten von Frauen. Sie bedauerte, dass
ihr Bericht in sein Gegenteil verkehrt worden sei. Sie hatte darin
gefordert, dass alle Frauen, die dies wünschten, auch Zugang zu einer
Abtreibung haben dürften. Besonders Frauen mit geringem Einkommen und
in ländlichen Gebieten hätten Schwierigkeiten, einen Arzt zu finden,
der bereit sei, eine Schwangerschaft abzubrechen.
Stattdessen haben die Abgeordneten aus den 47 Europaratsländern
das Recht von Ärzten bekräftigt, aus Gewissensgründen bestimmte
Behandlungen abzulehnen. Im Vorfeld der Debatte haben zahlreiche
kirchliche und andere Vereinigungen für den Schutz des Lebens
plädiert und gegen diesen Bericht protestiert.
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