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Umfrage: Mehrheit will mehr Zeit für die Familie

31.08.2010 16:33

   Berlin (dpa) - Die große Mehrheit der Bundesbürger wünscht s
ich
mehr Zeit für die Familie. Dabei fordern 78 Prozent der Eltern nach
einer Allensbach-Umfrage nicht nur weitere Schritte zur besseren
Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf. Auch die Vereinbarkeit
von Beruf und Pflege von Angehörigen rücke immer mehr ins Blickfeld,
berichtete Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher am Dienstag bei

der Vorstellung des «Monitors Familienleben 2010» in Berlin.

   87 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass dieses Thema
eine wichtige beziehungsweise sehr wichtige Aufgabe für die Zukunft
darstellt. «Wie zufrieden die Familien sind, hängt ganz besonders
davon ab, ob sie genügend Zeit mit ihren Kindern und Angehörigen
verbringen können», sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder

(CDU).

Laut Umfrage würden vor allem Väter gerne mehr für ihre Kinder da

sein: 60 Prozent der Väter äußern den Wunsch, dafür ihre Arbeitszei
t
reduzieren zu wollen. Umgekehrt würden dagegen drei Viertel der
Mütter mit Kindern unter 18 Jahren gerne mehr als 20 Stunden
arbeiten, davon 23 Prozent 30 bis 35 Stunden.

Über 50 Prozent der Mütter wünschen sich Ganztagsbetreuung für
ihre Kinder sowie an die Arbeitszeiten angepasste Betreuungszeiten
von Kindergärten und Schulen. Schröder sagte, politisches Ziel bleibe
die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Zugleich verwies die Ministerin auf die von ihr geplante
Familienpflegezeit. Das Modell sieht vor, dass Arbeitnehmer ihre
Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 50
Prozent reduzieren können, dabei aber 75 Prozent ihres Gehalts
beziehen. Zum Ausgleich sollen sie dann später wieder voll arbeiten,
bei weiterhin 75 Prozent des Gehalts - bis das Zeitkonto ausgeglichen
ist. Arbeitnehmer sollen bereits im Vorfeld einer möglichen
Pflegebedürftigkeit in der Familie Zeit für die Pflegephase auf einem
Wertkonto ansparen können.

Nach der von Allensbach im Auftrag des Ministeriums jetzt zum
dritten Mal vorgenommenen Umfrage über die Entwicklung des
Familienlebens in Deutschland bleiben familienpolitische Anliegen für
eine große Mehrheit wichtig. So werden Forderungen wie die Förderung
junger Familien, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und
Beruf sowie verbesserte Bedingungen für Geburten häufiger genannt als
etwa die Reform des Gesundheitswesens und die Senkung von Steuern.

# dpa-Notizblock

## Internet:
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