Jeder Dritte beklagt sinkende Qualität bei Gesundheit
29.08.2010 10:00
Berlin (dpa) - Jeder dritte Bundesbürger beklagt eine gesunkene
Qualität der gesundheitlichen Versorgung. Eine große Mehrheit der
Bundesbürger von 87 Prozent ist aber dennoch mit der
Gesundheitsversorgung in ihrer Region zufrieden, 18 Prozent sind
sogar sehr zufrieden. Dies geht aus einer Umfrage im Auftrag der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervor, die der
Nachrichtenagentur dpa am Sonntag in Berlin vorlag.
Die Einschätzung einer nachlassenden Qualität teilen im Saarland
sogar 52 Prozent, in Bremen 50 Prozent und in Sachsen-Anhalt und
Hamburg 46 Prozent. Es folgen Rheinland-Pfalz (41 Prozent), Baden-
Württemberg (37), Berlin (36), Niedersachsen und Sachsen (35),
Thüringen (34), Hessen und Nordrhein-Westfalen (32), Bayern (28),
Brandenburg (27) und Schleswig-Holstein (26). In Mecklenburg-
Vorpommern sehen mit nur 21 Prozent die wenigsten eine
Verschlechterung.
Bundesweit sehen nur 16 Prozent der Befragten eine
Qualitätssteigerung. Allerdings sind die Werte besser als bei der
entsprechenden Befragung im Vorjahr. Damals hatten insgesamt noch 41
Prozent dem Gesundheitssystem sinkende Qualität attestiert.
Wie das Institut Valid Research bei der repräsentativen Befragung
von 1500 Bundesbürgern für das «Gesundheitsbarometer 2010»
herausfand, halten 92 Prozent die Versorgung beim Allgemeinarzt für
gut oder eher gut, 90 Prozent bei Fachärzten, 87 Prozent in
Krankenhäusern.
«Der Praktische Arzt stellt einen Gegenpol dar zu einer anonymen
Hochleistungsmedizin, wie sie aus Sicht der Patienten zunehmend in
den Krankenhäusern praktiziert wird», erklärte der Ernst & Young-
Experte Nils Söhnle.
Privatversicherte sind fast durchgängig zufriedener mit der
ärztlichen Betreuung als gesetzlich Versicherte. So kritisierten 48
Prozent der Kassenpatienten zu lange Wartezeiten bei Fachärzten -
aber nur 30 Prozent der Privatversicherten. Die Ergebnisse stützten
die Vermutung, dass Privatpatienten bevorzugt behandelt werden, sagte
Söhnle. Das Bestehen einer Zwei-Klassen-Medizin lasse sich daraus
aber noch nicht ableiten.
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- [Gesundheitsbarometer 2009] (http://dpaq.de/rm5DQ)
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