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Forscher: Grünkohl hilft bei Augenleiden

11.03.2010 17:13

Jena (dpa) - Grünkohl ist nicht nur reich an Vitamin C, sondern
hilft auch bei einem Augenleiden im Alter. Ernährungswissenschaftler
aus Jena haben herausgefunden, dass der auch in Grünkohl enthaltene
natürliche Farbstoff Lutein das Fortschreiten einer altersbedingten
Netzhautzerstörung zumindest kurzfristig stoppen kann. Jeder dritte
Rentner leide irgendwann an dieser Makula-Degeneration, erklärte der
Leitende Oberarzt an der Augenklinik des Universitätsklinikums Jena,
Jens Dawczynski, am Donnerstag auf einem Kongress der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Betroffenen sehen dabei in der
Mitte ihres Sehfelds einen grauen Punkt, außerdem erscheinen Linien
unscharf.

Eine Ursache für dieses Augenleiden sei, dass an der Makula - dem
Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut - nicht mehr ausreichend
Lutein vorhanden ist, erklärte Dawczynski. Dadurch werde die Makula,
auch gelber Fleck genannt, buchstäblich grau. Der Punkt des
schärfsten Sehens auf der Netzhaut ist nur 1,5 Millimeter groß,
enthält viele Millionen für das Sehen zuständigen Rezeptoren. Sie
werden vom sogenannten Makula-Pigment, einer Art natürlichen
Sonnenbrille des Auges, vor schädlichen Lichteinflüssen geschützt.
Durch das Lutein konnte die Ausdehnung dieser schützenden Schicht
vergrößert werden, fand die Gruppe heraus, die von dem Jenaer
Ernährungswissenschaftlers Volker Böhm geleitet wird.

Lutein kommt unter anderem in Grünkohl, Spinat, aber auch in
Rucola, Weißkohl oder Kresse vor. Die in der Studie wirksame
Dosierung von Lutein entspricht etwa 150 Gramm Grünkohl am Tag, sagte
Dawczynski. Ziel der Forscher sei es auf lange Sicht, einen
Gemüsesaft zu entwickeln, der vorbeugend gegen dieses Augenleiden
wirkt. «Da sind wir aber noch in den Anfängen.» Die Wissenschaftler
wollen nicht zu viel versprechen. Ob eine spezielle Ernährung mit
hohen Gaben natürlichen Luteins auf lange Sicht das Krankheitsbild
beeinflussen könne, sei längst noch nicht wissenschaftlich gesichert.

Seit Donnerstag tagen in Jena 600 Ernährungswissenschaftler beim
jährlichen DGE-Kongress. Bis Freitag beschäftigen sie sich mit dem
Einfluss von Ernährung auf Krankheiten. Ziel der Forschungen ist es
nach Angaben der Universität, Strategien zur Vorbeugung und
Behandlung bestimmter Erkrankungen zu entwickeln und
Ernährungsempfehlungen zu geben.

(DGE-Kongress: www.dge.de/wk47)

[PK zur Tagung]: Hotel Esplanade, 07743 Jena
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