Zwangsrabatt
11.03.2010 16:39
Berlin (dpa) - Um die Kostenexplosion im Pharmasektor in den Griff
zu bekommen, hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP)
Zwangsrabatte für Medikamente ins Gespräch gebracht.
Zwangsrabatte sind ein zusätzlicher Abschlag auf die
Medikamentenpreise. Sie wurden eingeführt, weil die Pharmahersteller
ihre Preise in Deutschland vor allem für neue und besonders teure
Arzneien alleine festsetzen. Deshalb zwingt sie der Gesetzgeber, auf
diese Monopolpreise einen Rabatt zu gewähren.
Derzeit liegt der Rabatt, den die Hersteller patentgeschützter
Medikamente einräumen müssen, bei 6 Prozent. Diesen Rabatt will
der Gesundheitsminister nun eventuell ausweiten - auf 16 Prozent.
Von den Apotheken erhalten die Krankenkassen seit 2007 ebenfalls
einen Zwangsrabatt: Er beträgt pro Packung 2,30 Euro. Laut
Apothekervereinigung ABDA ergab das einen Preisnachlass von 1,3
Milliarden Euro im Jahr 2008.
Daneben gibt es Rabattverträge auf frei vereinbarter Basis
zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und 114 Pharmaherstellern
(Stand: Dezember 2008). Sie brachten Einsparungen von zuletzt etwa
500 Millionen Euro.
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