Impfung gegen Schweinegrippe kaum genutzt
11.03.2010 14:16
Hannover (dpa) - Nicht einmal jeder zehnte Deutsche hat sich gegen
Schweinegrippe impfen lassen. Das geht aus Daten des
niedersächsischen Gesundheitsministerium hervor, die der Deutschen
Presse-Agentur dpa vorliegen. «Die Zahl liegt merklich unter der
Impfrate einer normalen Grippesaison von rund 20 Prozent», erläuterte
der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministerium, Thomas
Spieker. Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der
Landesgesundheitsminister. Nach den vorläufigen Daten aus 13
Bundesländern lag die Impfrate je nach Land zwischen vier und zehn
Prozent.
Damit wurden nicht einmal 8 Millionen Dosen des Impfstoffs
Pandemrix verbraucht. Außerdem ist auch deshalb so viel Impfstoff
übrig, weil anders als zunächst gedacht bei den meisten Menschen
keine Zweifach-Impfung nötig war.
Nach harten Verhandlungen müssen die Bundesländer nun nur 34
Millionen der bestellten 50 Millionen Impfstoffdosen vom
Pharmahersteller GlaxoSmithKline abnehmen. Damit sparen sie laut
Spieker 133,3 Millionen Euro von den ursprünglich veranschlagten
416,5 Millionen Euro. Zudem gibt es nach dpa-Informationen unter
anderem Verkaufsverhandlungen mit Pakistan.
Ein Großteil der Impfstoffe müsse jedoch noch verfügbar bleiben,
solange die Weltgesundheitsorganisation WHO ihre höchste
Pandemiestufe 6 noch nicht aufgehoben habe, sagte Spieker. Die Länder
wollen Impfstoff für 30 Prozent der Bevölkerung zur Verfügung haben -
das wären 25 Millionen Dosen. Eine Impfstoffdosis kostet acht Euro.
Im Juli, als die Grippewelle um den Globus gezogen war, wollten
sich noch 50 Prozent der Bundesbürger impfen lassen. Kurz vor dem
Start der bundesweiten Impfaktion Ende Oktober war die Rate laut
Emnid-Umfrage für den Nachrichtensender N24 auf 13 Prozent gefallen.
Viele Befragte glauben nicht, dass eine Impfung notwendig ist.
Außerdem war die Diskussion um möglicherweise gesundheitsgefährdende
Impfstoffverstärker aufgeflackert.
Die endgültigen Zahlen zur Schweinegrippeimpfung in 16
Bundesländern sollen im April vorliegen. Sie könnten sich noch
geringfügig erhöhen, weil etwa noch Daten aus betriebsärztlichen
Impfungen hinzukämen, sagte Spieker.
(Achtung: Zur Schweinegrippe hat dpa den Korr «Schweinegrippe: Alles
nur Panik?» dpa 0423, Berlin/1238 gesendet.)
dpa hu yyzz z2 k6 bj



