Kassen-Kritik an Röslers Arzneimittel-Sparplänen
11.03.2010 02:47
Köln (dpa) - Von den gesetzlichen Krankenkassen kommt Kritik an
den Arzneimittel-Sparplänen von Bundesgesundheitsminister Philipp
Rösler (FDP). Es sei zwar «ein gutes Signal», dass Kassen und
Hersteller künftig über Preise für neue patentgeschützte Medikament
e
verhandeln sollen, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-
Hamburg, Wilfried Jacobs, dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Donnerstag).
Dabei müsse eine unabhängige Kosten-Nutzen-Prüfung aber vor Beginn
solcher Preisverhandlungen stattfinden und nicht, wie von Rösler
gewollt, nur für den Fall gescheiterter Verhandlungen im Nachhinein.
Ohne vorherige Prüfung würden die Pharma-Unternehmen mit weit
überzogenen Forderungen in die Verhandlungen gehen, um «am Ende ihre
Wunsch-Preise» durchzusetzen, sagte Jacobs weiter. Die bisher von der
Branche an den Tag gelegte Verhandlungsstrategie lasse dies
jedenfalls erwarten. «Für hochwirksame Neuerungen werden wir auch
angemessene Preise zahlen. Ist der Nutzen aber nicht nachweisbar, ist
jeder Preis zu hoch», betonte der Kassenchef.
(Der Beitrag lag dpa in redaktioneller Fassung vor.)
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