Lawinenexperiment mit Schweinen: «Keine Tierquälerei»
09.03.2010 15:09
Wien (dpa) - Nach dem umstrittenen Lawinen-Experiment mit lebenden
Schweinen im Tiroler Ötztal hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck die
Ermittlungen eingestellt. Die Behörde befand, dass es sich bei dem
Projekt nicht um Tierquälerei gehandelt habe. Wissenschaftler hatten
im Januar zehn betäubte Schweine im Schnee vergraben, um die
Überlebenschancen von Lawinenopfern zu erforschen. Die
Tierschutzorganisationen «Vier Pfoten» und der deutsche Verein
«Bürger für artgerechte Nutztierhaltung» hatten deshalb Anzeige geg
en
drei Wissenschaftler erstattet.
Der Versuch beruhte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auf
einem rechtskräftigen Bescheid des Wissenschaftsministeriums und es
gebe keinerlei Hinweise, dass er nicht bescheidkonform ausgeführt
worden sei, zitierte die Nachrichtenagentur APA am Dienstag den
Sprecher Hansjörg Mayr. «Vier Pfoten» kündigte an, einen Antrag auf
Fortführung des Verfahrens einbringen zu wollen.
Das Forschungsprojekt hatte über die Grenzen Österreichs hinaus
für heftige Proteste gesorgt, so dass die Tests Mitte Januar
vorzeitig abgebrochen wurden. Jedoch waren zu diesem Zeitpunkt
bereits 10 der 29 Versuchsschweine gestorben. Die überlebenden Tiere
sind heute in der Obhut des «Tierschutzvereins für Tirol», wo sie
ohne Furcht vor dem Fleischer auf Bauernhöfen leben.
dpa cf xx n1 hu



