Michael Jacksons Arzt bekennt sich «nicht schuldig»
09.02.2010 04:23
Los Angeles (dpa) - Knapp acht Monate nach dem überraschenden Tod
von Michael Jackson ist der Leibarzt des Popstars wegen fahrlässiger
Tötung angeklagt worden. Vor Gericht in Los Angeles bekannte sich der
Mediziner Conrad Murray am Montagnachmittag (Ortszeit) «nicht
schuldig». Bei dem Termin waren auch Jacksons Eltern Joe und
Katherine sowie mehrere Geschwister des Sängers anwesend. Laut
Anklage hat Murray seine Sorgfaltspflicht verletzt und fahrlässig den
Tod des Sängers herbeigeführt. Er habe aber nicht vorsätzlich
gehandelt.
Jacksons Familie hatte auf eine schwerwiegendere Anklage gehofft.
«Er hat ihn umgebracht», sagte Katherine Jackson Reportern nach der
Anklageverlesung. «Er hat nicht auf ihn aufgepasst». Jacksons
Schwester La Toya erklärte in einer Mitteilung: «Michael wurde
umgebracht, und obwohl er unter Dr. Conrad Murrays Händen starb,
glaube ich, dass Dr. Murray nur Teil eines größeren Plans war». Sie
wollte nicht ruhen, bis auch die «anderen Personen» zur Rechenschaft
gezogen werden. Namen nannte die Sängerin nicht. Jackson-Fans
forderten vor dem Gerichtsgebäude «Gerechtigkeit» und eine harte
Bestrafung des Arztes. Eine junge Frau hielt ein Plakat hoch mit der
Aufschrift «Murray ist ein Mörder».
Murray kam noch am Montag nach Zahlung einer Kaution in Höhe von
75 000 Dollar auf freien Fuß. Nach Angaben seines Anwalts wollte der
Arzt bis zum Prozessbeginn weiter Patienten behandeln. Vor seiner
Tätigkeit als Jacksons Leibarzt arbeitete Murray in Houston (Texas)
und Las Vegas (Nevada). Die nächste Anhörung soll am 5. April in Los
Angeles stattfinden. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Murray bis
zu vier Jahre Haft.
Auf Anordnung des Gerichts musste der 56-jährige Kardiologe seinen
Pass abgeben. Er darf keine Betäubungsmittel mehr besitzen oder
verschreiben. «Ich möchte nicht, dass Sie Leute betäuben», sagte
Richter Keith Schwartz. Die kalifornische Aufsichtsbehörde für
Mediziner beantragte unterdessen den Entzug von Murrays Zulassung.
Der Arzt stelle eine «Gefahr für die Öffentlichkeit» dar, zitierte
«Tmz.com» aus dem Antrag. Der Richter will zu einem späteren
Zeitpunkt darüber entscheiden.
Nach dem überraschenden Tod des 50 Jahre alten Popstars am 25.
Juni vergangenen Jahres hatte Murray eingeräumt, den unter
Schlafstörungen leidenden Sänger mit starken Medikamenten - darunter
das Narkosemittel Propofol - behandelt zu haben. Dem Totenschein
zufolge starb der «King of Pop» an einer «akuten Vergiftung» durch
Propofol.
«Tmz.com» veröffentlichte am Montag den vollständigen Befund der
Gerichtsmediziner, der in Auszügen bereits im August bekanntgeworden
war. Danach wurde Propofol in Jacksons Haus unsachgemäß verabreicht.
Das Narkosemittel wird normalerweise nur vor Operationen oder auf der
Intensivstation im Krankenhaus gespritzt und erfordert die ständige
Überwachung des Patienten.
dpa mu xx z2 fi






























