Jacksons Arzt wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
08.02.2010 21:36
Los Angeles (dpa) - Michael Jacksons früherer Leibarzt, Conrad
Murray, ist am Montag wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Er
habe ohne Vorsatz den Tod des Sängers herbeigeführt, heißt es in der
Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, berichtete der US-Sender CNN.
Der Kardiologe sollte am Montagnachmittag (13.30 Uhr Ortszeit/22.30
Uhr MEZ) dem Richter in Los Angeles vorgeführt werden. Er werde auf
«nicht schuldig» plädieren, meldete der Internetdienst «Tmz.com»
vorab. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem Mediziner bis zu vier
Jahre Haft.
Jacksons Eltern, Joe und Katherine Jackson, sowie mehrere
Geschwister des im Juni gestorbenen Popstars trafen am Montag bei
Gericht ein. Sie wollten bei der Erhebung der Anklage dabei sein.
Jacksons Bruder Jermaine sagte beim Betreten des Gerichtsgebäudes,
dass eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung «nicht genug» sei.
Jacksons Familie drängt seit langem auf eine harte Bestrafung
Murrays. Der Leibarzt habe derart leichtfertig gehandelt, dass eine
Anklage wegen Totschlags angebracht sei, sagte Familien-Anwalt Brian
Oxman kürzlich dem Sender CBS.
Nach dem überraschenden Tod des 50 Jahre alten Popstars am 25.
Juni hatte Murray eingeräumt, den Sänger mit starken Medikamenten -
darunter das Narkosemittel Propofol - behandelt zu haben. Dem
Totenschein zufolge starb der «King of Pop» an einer «akuten
Vergiftung» mit Propofol.
Sein Anwalt Michael Flanagan sagte vorige Woche, er werde für
seinen Mandanten sofort Kaution hinterlegen. «Tmz.com» rechnet mit
einer Kaution in Höhe von 25 000 Dollar (etwa 18 300 Euro). Murray
werde nach dem Gerichtstermin Los Angeles wieder verlassen und nach
Las Vegas (Nevada) oder Houston (Texas) zurückkehren. Der Kardiologe
war in beiden Städten als Arzt tätig, bevor Jackson ihn im
vergangenen Frühjahr als Leibarzt engagierte.
Murrays Anwälte rechnen nach eigenen Angaben mit einem langen
Verfahren. Es werde «Bände von Beweismitteln und Zeugenberichten» der
Anklage geben, die von eigenen Experten analysieren werden müssen,
stellte Flanagan im Interview mit der US-Zeitschrift «People» in
Aussicht. Murray war gleich nach dem Tod Jacksons ins Visier der
Polizei geraten. Die Ermittler durchsuchten wiederholt Praxisräume
des Arztes und konfiszierten dabei Computer und Unterlagen.
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