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Olympia-Dritte Obergföll bedauert Unterschrift unter Goldmann-Brief

06.02.2009 11:27

Düsseldorf (dpa) - Die Olympia-Dritte Christina Obergföll bedauert
ihre Unterschrift unter den Unterstützungsbrief für den Doping-
belasteten ehemaligen DDR-Trainer Werner Goldmann. «Ich habe mir an
dem Thema ein bisschen die Finger verbrannt», sagte die 27-jährige
Speerwerfern aus Offenburg der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag-
Ausgabe). Sie habe daraus eine Lehre gezogen. «Dass man in Zukunft
mehr überlegt, bevor man sagt, okay, ich unterschreibe», meinte die
einzige deutsche Leichtathletik-Medaillengewinnerin bei den
Olympischen Spielen in Peking.

20 namhafte Werfer, zu denen auch Diskus-Weltmeisterin Franka
Dietzsch (Neubrandenburg) und der WM-Zweite Robert Harting
(Berlin/Diskus) zählten, hatten sich in einen Schreiben an den
Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für eine Wiedereinstellung
Goldmanns stark gemacht. Belastet wurde der Trainer von dem mit einem
Spenderherz lebenden früheren Kugelstoßer Gerd Jacobs, der Goldmann
vorwirft, ihm zu DDR-Zeiten Anabolika verabreicht zu haben.

Der Brief pro Goldmann war Obergföll Anfang Januar vom Leipziger
Kugelstoßer Peter Sack und anderen Athleten bei einem Treffen in
Kienbaum vorgelegt worden. «Ich habe mir den Brief durchgelesen und
zum Peter gesagt, okay, ich finde das grundsätzlich in Ordnung»,
berichtete Obergföll. «Es ging bei dem Brief hauptsächlich darum,
Werner Goldmann irgendwie noch mal eine Chance zu eröffnen.» Die
Situation von Jacobs sei «in diesem Fall außer Acht gelassen» worden.
Besser wäre es vielleicht gewesen, mehr über diese Geschichte zu
wissen. «Mag sein, ja, aber ich habe eben primär unterstützt, was ich
schon gesagt habe», sagte Obergföll. «Zu allem anderen halte ich mich
raus. Es ist nicht mein Thema.»

Für die sehr scharfe Form des Briefes («Mörder sind nach solchen
Zeiten amnestiert, entlassen oder rehabilitiert, aber im Fall
Goldmann gibt es keine Frist») bat Obergföll um Verständnis. «Ich
glaube, dass da sehr viele Emotionen dahinterstecken», sagte sie,
«dass das teilweise ein bisschen zu heftig formuliert worden ist. Und
dass man das den Athleten auch zugestehen muss.»
dpa ac yynwd n1 ub rj